Ingo Friedrichs Traum von Europa

By yehuda

 

Als Kind wollte Dr. Ingo Friedrich, nach seinem Berufswunsch befragt, einst Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden. Als man ihm darauf sagte, dass das nicht ginge, da er nicht in den USA geboren worden sei, disponierte er kurzerhand um und wollte Präsident der Vereinigten Staaten von Europa werden. Das muss, wie man sich ausrechnen kann in den frühen 50er Jahren gewesen sein. Zwar gibt es bis heute weder die Vereinigten Staaten von Europa, noch das Amt eines Präsidenten, doch wichtige Schritte zu Verwirklichung des Kindheitstraumes sind realisiert worden und das ist auch teilweise ein Verdienst von Dr. Friedrich. So gehört er dem 1979 gegründeten Europaparlament von Beginn an und war lange Jahre auch dessen Vizepräsident. Noch bedeutender dürfte jedoch sein Beitrag in Bezug auf die identitätsstiftende gemeinsame EU-Flagge sein – die bekannten zwölf Sterne auf blauem Grund – die auf seine Initiative zurückgeht.

 

Das aus Träumen Schritt für Schritt auch Wirklichkeit werden kann, ist seine zentrale Botschaft, die er vor allem an die jungen Generationen weitergeben will. Gelegenheit dazu bot ihm der von der Jungen Union Augsburg Stadtmitte organisierte Themenabend im „Weißen Hasen“ im Herzen der Stadt, zu dessen näherer Besichtigung in im einleitenden Grußwort der Augsburger Bürgermeister Hermann Weber einlud. Thematisiert wurden die Chancen im Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Europäischer Integration und jeder der trotz warmen Wetters zum Vortrag Dr. Friedrichs kam, erlebte einen munteren und glühenden Verfechter eines „European Way of Life“, der dafür warb, Europa als Macht mit Vertrauensvorschuss in aller Welt wahrzunehmen.

 

Die Europäische Integration sei für sich genommen im kleineren Rahmen ein Modell für die Globalisierung, so Friedrich und habe weltweite Attraktivität erlangt. Anders als von vielen befürchtet stärke Europa auch die Regionen und schwäche sie nicht. Beispiele dafür seien Wales, Südtirol oder das spanische Galizien, wohingegen Belgien fast daran zu zerbrechen drohe, dass das regionale Gewicht durch die EU stärker zum Tragen käme. Niemand, so Friedrich brauche sich deshalb große Sorgen darüber zu machen, dass die eigene Identität verloren gehen könnte, denn die regionalen und auch nationalen Eigenheiten blieben ebenso bestehen, wie die zwischen Europa und den USA bestehen blieben, trotzdem sich beide Seiten in den letzten Jahrzehnten sehr stark annäherten.

 

Zur Globalisierung gebe es nun aber keine Alternative, da sie nicht verschwindet, wenn man sie nicht mag – oder nicht versteht. Voraussetzung dafür sei natürlich auch, dass es weltweit verlässliche Regeln gibt. Diese stünden gerade in Bezug auf China auf dem Spiel, wo seit Konfuzius schon die vollkommene Nachbildung eines Werkes als besondere Kunstfertigkeit und keineswegs als verpönte Nachahmung gelte. Wie sollte man also den Chinesen dieses abgewöhnen? Dr. Friedrich ist freilich auch hier zuversichtlich und sieht die Chinesen heute dort, wo die inzwischen durch Amerikaner und Europäer „domestizierten“ Japaner vor mehr als dreißig Jahren waren.

 

Die Vergangenheit kommt nicht wieder und nur wer sich auf die Zukunft vorbereitet hat die besten Chancen. Die der Europäer bestünde in der Globalisierung weiterhin in der Bildung, um einen technologischen Vorsprung zu erzielen, zu halten oder auszubauen.

 

Dazu bietet die EU jungen Menschen Programme wie

 

„Sokrates“/ „Erasmus“ http://eu.daad.de/eu/sokrates/05353.html

oder „Leonardo“ http://eu.daad.de/eu/leonardo/05207.html 

 

Wichtig sei aber vor allem auch die Bereitschaft Sprachen zu erlernen, wobei der Mut zum Sprechen zunächst wichtiger sei, als eine perfekte Grammatik, für die sich letztlich auch der heimische Taxifahrer nicht interessiert.

 

 

Dr. Ingo Friedrich ist ein Europäer mit Leib und Seele und versteht es, die Faszination des europäischen Traums seinen Zuhörern in ihrer Sprache zu vermitteln. Man könnte dazu Theodor Herzl zitieren: „Wenn ihr wollt bleibt es kein Traum.“

Eine Antwort zu „Ingo Friedrichs Traum von Europa“

  1. Anonym sagt:

    aa

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